Auf der Suche nach der perfekten menschlichen Ernährungsform veröffentlichten viele Autoren mit unterschiedlichen Hintergründen ihre Werke.

Viele der Autoren schrieben aufgrund eigener Erfahrungen weil sie sich mit der Umstellung der Ernährungsgewohnheiten heilen konnten. Nachdem man erkannte, dass die Raffination der Lebensmittel Mängel bewirkt, baute ein Autor auf dem anderen auf, wobei keiner wirklich das Rad je neu erfunden hat. Jeder versucht je nach Zeitgeist auf die aktuelle Anwendbarkeit in der Zivilisation einzugehen.
Neuester Trend: Smoothies, maschinenfreie Schnell-Rohkost aber auch hochwertige Küchenmaschinen und Fermentation.

Für den Rat, die eigenen Sinne zu nutzen, braucht es möglicherweise kein eigenes Buch, doch ist er der wesentlichste Rat, bei dem sich die meisten Rohköstler einig sind.

Das große Rohkost-Buch

In meinem 2011 erschienem Rohkost-Buch, das bewußt auch in Zusammenarbeit mit Ernährungswissenschaftlern und Lebensmittelchemikern entstand, zeige ich neben Grundlagenwissen und den für die Rohkosternährung relevanten Pflanzenfamilien vor allem auch anhand vieler beschriebener Vergleichsverkostungen, wie wir uns wieder auf unsere Sinne verlassen können.


Bei der Zivilisationskost sieht man sehr gut, dass gekochte Kohlenhydrate den Hauptanteil einnehmen. Eine Umgewichtung der Ernährungspyramide wurde schon vor einigen Jahren empfohlen. Doch auch bei der durchschnittlichen Rohkostdiät ist ein Ungleichgewicht zu erkennen: Deutlich zu erkennen ist, dass der typische mit Rohkost ernährende Mensch hauptsächlich auf im Handel erwerbbare Lebensmittel, allem voran mehr oder weniger stark gezüchtete Früchte und Gemüse zurückgreift. Dies meist deshalb, weil diese am einfachsten zu organisieren sind. Dabei entstehen schnell Überlastungen mit Fruchtzucker, die sich ebenso nachteilig auswirken können.
Wildgewächse sind noch immer stark im Hintertreffen, ebenso eine ausgewogene Lebensmittelpalette.
Lernen Sie in meinem Buch die Zusammenhänge der Pflanzenfamilien und ihre zum Teil hohe, oder auch kleine, zum Teil auch spezielle Nutzkraft kennen: Auszüge zum Buch - "klick"

Warum ich Wildgrün liebe:
(1) Einmal die Ernteplätze in der Natur gefunden, kann ich sie regelmässig/täglich besuchen und mich damit kostenlos und gewohnheitsmässig versorgen.
(2) Die Zusammenstellungen der Natur sind unübertroffen: Keine Zucht und auch keine Nahrungsergänzungsmittel kommen an sie heran.
(3) Sie sind unbestechlich im Geschmack (und in der Sperre) und bewirken bei geeigneter Auswahl vor der Mahlzeit eine Grundabdeckung. Die generellen Lebensmittelkosten sinken bei gleichzeitig ausgeglichenerer Versorgung weil die absolute Menge an sich stark sinkt.


So verschaffte ich mir einen ersten Überblick

Mein erster Tipp: Anfangs kannte ich nur einige Kräuter aus der Schule und von meinen Verwandten. Ich besorgte mir ein Buch über Wildpflanzen ergänzte es mit farbigen Fotos aus Kosmos-Naturführern.
Teilweise setzte ich die Pflanzen schließlich extra im Garten an. Wer keinen Garten hat, kann sich häufig mit Pflanzkisterln helfen.
Später kam ich darauf, dass Pflanzen häufig typische Eigenschaften haben, die in ihrer Familie sogar relativ einheitlich sein können. Das Wissen der Pflanzenfamilien vereinfacht sehr stark - auch weil vieles plötzlich nicht nur mit den Augen erkennbar ist sondern auch mit den eigenen Sinnen.

             


Meine liebsten Wildpflanzen
Beifuss, Lindenbaumblätter, Malve, Gundermann (ganzjährig), Vogelmiere (ganzjährig), Hagebutte (ab dem ersten Frost bis ins Frühjahr), Guter Heinrich, Borretsch, Kreuzblütler aller Art .
Wertvoll sind auch die Mikroorganismen (B12-Produzenten, ...) die an den ungewaschenen (!) Blättern und Früchten haften. In diesem Fall sind insbesondere höhere Stauden (z.B. Beifuss, Malven), Sträucher (z.B. Hibiskus, Hagebutte) und auch Bäume (z.B. Linde) besonders nützlich und praktisch (zur Vermeidung von Haustier-Urin).

Als Qualitätskontrolle erstellte ich regelmäßig Selbstportraits mit der Digitalkamera um Unterschiede schnell zu erkennen.
Stuhl- und Harn-, Körperbeobachtung wie auch Gesichtsdiagnose und das Beobachten von verschwindenden eventl. vorhandener entzündlicher Herde runden den Eindruck ab.

Wichtiger Hinweis
Die reine vegane rohe Lebensweise ist mehrheitlich nicht ohne Ergänzung durchführbar. Insbesondere Schwangere, Stillende Mütter und Sportler sollten zumindest in dieser Phase Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. B12 und Eisenmangel sind schon in der normalen Mischkost weit verbreitet, diese Mängel können sich noch vertiefen wie zahlreiche Erlebnisse von Rohköstlerinnen erwiesen haben. Schon der Eisenbedarf einer Frau ist nach allgemeinen Erhebungen 1,5-mal so hoch wie der von Männern (alleine schon wegen der Menstruation). Gesichtsdiagnose kann eine gute Diagnosemethode weit über Bluttests (oder als Ergänzung) sein (Versch. Arten der Augenringe beobachten!).
Da die Wirkungsweise der künstlichen, hoch dosierten Nahrungsergänzungsmittel teilweise stark umstritten ist, wird allgemein die Miteinbeziehung der vollständigen Lebensmittelpalette empfohlen.