Instinktiv Wildkräuter essen
Anfangs als ich davon las, dass man Wildkräuter mit einbeziehen kann, war ich sehr verunsichert. Woher sollte ich wissen, was giftig ist und was in Ordnung?
Das erste ist, mit der Hand über das Kraut zu streichen und mit geschlossenen Augen an den Fingern zu riechen.
Der Geruch des abgerissenen Blattes/Stiels und dann das Gefühl auf der Zunge zeigt, ob ein Wildkraut für mich in Ordnung ist:
Geruch: Manches, wie z.B. das Schierlingskraut riecht unangenehm - nach Mäuseurin (gilt als giftig).
Zungentest: Ein abgebrochener Querschnitt an der Zungenschleimhaut zeigt sofort, ob es brennt, also vollkommen ungeeignet ist (bei unbekannten Pflanzen immer durchführen, nicht einfach in den Mund stecken!)
Mundgefühl: Ein Brennen zeigt eine Giftigkeit an, also ausspucken und ggf. ausspülen wie z.B. beim Schöllkraut (gilt als giftig). |
Tatsächlich kann ein Kraut für die eine Person gut sein während es die andere Person nicht ausstehen kann - dazu muss es nicht einmal in Büchern als giftig kategorisiert sein.
Trotzdem hatte ich anfangs Skepsis und wollte mich auch theoretisch mit der Botanik befassen - schließlich ist es doch günstig Pflanzen beim Namen nennen zu können die man gerne ißt:
Als Buch besorgte ich mir fürs erste "Wildgemüse und Wildfrüchte" von Erich Heiß. In Kombination mit dem Kosmos Naturführer für Pflanzen ist es eine ideale Kombination. Um ein wenig sattelfester zu werden kaufte ich mir sogar ein Kosmos-Exemplar nur um die Seiten herauszureißen und in das Buch von Erich Heiß einzukleben, weil dies aus Kostengründen nur mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen ausgestattet ist (deshalb ist auch darin die Anschaffung des Kosmosführers als Ergänzung empfohlen)
Dosis sola fecit venenum. (Die Dosis allein macht das Gift)
Grundsätzlich kann man sogar Petersilie als "giftig" deklarieren: Es kommt nur auf die verzehrte Menge an. Auf die Dauer zuviel im Salat beigemischt, mit Salat, Salz und Öl kann man sich auch damit überlasten (Deklarierung laut "Giftpflanzen Pflanzengifte - Vorkommen · Wirkung · Therapie - Allergische und phototoxische Reaktionen von Roth · Daunderer · Kormann: Kaum giftig (+), phototoxisch (selten)). Mir ist auch davon schon berichtet worden.
Grundsätzlich sind die allgemeinen Küchengewürze wie Petersilie, Schnittlauch, Knoblauch, Oregano, Basilikum, Thymian etc. bekannt. Doch es gibt noch viel mehr, das es zu entdecken gibt:
Heute sind mehr als hunderttausend Pflanzenarten bekannt. Hiervon entfallen auf die Samenpflanzen über 230 000 Arten. Die Inhaltsstoffe sind aber nur bei wenigen tausend Arten einigermaßen erforscht. Das Vorhandensein von Inhaltsstoffen kann noch dazu nur überprüft werden, so der Stoff überhaupt als solcher bekannt ist und überprüft werden kann. Bis in die Neuzeit beschränkte sich die Kenntnis auf etwa 1000 Pflanzenarten, die als Nahrungsmittel, Gewürzpflanzen und Heilpflanzen verwendet wurden. Wir müssen davon ausgehen, dass schon der Steinzeitmensch Giftpflanzen erkannt hat, denn er lebte nicht nur von Fisch und Fleisch (am Land, als die Zonen um die Flüsse erweitert wurden), sondern auch von Wildfrüchten und Wildgemüsen.
Wildkräuter im Lebensraum
Wer einen Garten bzw. Naturbereiche um seinen Lebensraum hat, genießt den Vorteil, sich dort manche Pflanzen einsetzen zu können. Am natürlichsten ist dies sicher in einer Art Permakultur, da fällt auch am wenigsten Arbeit an:
Minze, Borretsch (etwas haarig, aber gut, wurde auch Gurkenkraut genannt wegen des Geschmackes), Guter Heinrich, Malve, Mohn (auch etwas haarig aber gut), Kornrade, Vogelmiere (zart, ähnlich Maisgeschmack), Feldsalat, Gundermann (etwas pfeffrig), Ackerwinde gehören zu den Pflanzen die ich am liebsten pflücke und esse. Ab und zu Brennessel und Sauerampfer. Hier ein paar Fotos dazu:
Wildkräuter oder Heilpflanzen können ein gutes Werkzeug zur Entgiftung sein. D.h. dass auch der Stoffwechsel optimal damit arbeiten kann. Man muss nicht große Mengen davon essen um ein gutes Ergebnis zu erzielen: Wesentlich ist, möglichst täglich dunkelgrüne Pflanzenblätter zu essen und aufzuhören wenn es vom Geschmack her genug ist (Sperre).
Um eine Zufriedenheit mit der instinktiven Ernährung zu erreichen, ist das Verzehren von Wildkräutern oder zumindest geringer Mengen dunkelgrüner Blattgemüsearten unumgänglich.
Auch im Winter wachsen viele dieser Pflanzen mit essbaren Teilen: Gundermann, Feldsalat, Stangensellerie, Kohlpflanzenblätter, Mangold, Hagebutte, Gräser.
Die obigen Bilder sind als Illustration und Beispiel gedacht. Folgende Online-Datenbanken zeigen Pflanzen mit genauerer Beschreibung:
www.botanikus.de 
www.natur-forum.de
www.heilpflanzen-katalog.de 
Wunderschöne Kräutermärchen für Kinder als auch Erwachsene gibt es von Folke Tegetthoff: