Die regelmässige Beobachtung des eigenen Stuhlganges bringt gute Rückschüsse auf die Verdauungskraft und Qualität des eigenen Ernährungsverhalten.
Naja, das muss es wohl nicht sein.
Eine Kinderärztin hatte mich bei der Erstuntersuchung meines Kindes darauf gebracht, weil er zufällig gerade bei der Untersuchung kurz davor Stuhlgang hatte. Damals aß ich noch ein Joghurt täglich (obwohl ich sonst seit Jahren Milchprodukte mied) und auch immer wieder Mehlprodukte.
Der Stuhl war etwas schleimig und sie richtete meine Aufmerksamkeit darauf, "dass ich sonst etwas tun müßte, wenn sich das nicht gibt".
Ich unterließ den Verzehr der Schleimbilder denen ich ohnehin schon immer mißtraut hatte und der Stuhlgang war in Ordnung.
Hier in ganz kurzer Form eine Information dazu:
Die Stuhlbeobachtung ist eine Verdauungskontrolle die ein Hilfsmittel zur Gesundheitsvorsorge dient. Die Verdauung kann verschiedenartig beschaffen sein. Die folgende Tabelle ist aus den Kleotersbriefen und soll den Übergang von eher schlecht verlaufender Verdauung bis zu eher optimaler Verdauung zeigen (Stuhlgang mehrmals am Tag, leicht, hell und schnell):
| Häufigkeit |
Konsistenz |
Farbe |
Geruch |
|---|---|---|---|
1 x täglich (oder seltener) |
sehr schlecht |
||
1 x täglich |
hart |
schlecht |
|
2 x täglich |
weich |
dunkel |
erträglich |
3 x täglich |
breiig |
hell |
geruchlos |
4 x täglich |
breiig (evtl. flüssig) |
Stuhlgang kann riechen, soll aber nicht stinken und der Vorgang sollte schnell von statten gehen.
Nach der Wasserspülung sollten keine Streifen auf der Toilette kleben bleiben.
Mit der Thematik beschäftigt sich auch Müller-Burzler, die Kloetersbriefe (13-52, Ernährungsteil, Kapitel Verdauung) und andere.
Ich habe beobachtet, dass ich sogar schleimigen Stuhl habe, wenn ich Getreide angekeimt esse.
Manchmal wird über diverse Verdauungsschwächen geschrieben. Bei Getreiden würde ich generell skeptisch sein.
Am besten ist es, grundsätzlich einmal zu beobachten, wie sich der Stuhlgang bei diversen Ernährungspraktiken verhält.
Als Hilfsmittel haben mir außer Cassia Fistula (unter anderem auch als leichtes Abführmittel wirkend) auch Salzwasser (-> Magen; im der Konzentration einer sog. Kochsalzlösung, also 1 Kaffeelöffel Sole auf 1/4 Liter Wasser eine halbe Stunde vor dem Essen trinken) und im Falle einer gröberen Fall auch Bioflorin (-> Darmflora) geholfen, Verstimmungen nach Experimenten mit z.B. Weizen oder Käseprodukten zu lösen. - Sofern ich diese Produkte nachher nicht mehr eingenommen habe.
Reidar Tavárez erzählt in seinem Buch "Gesund ohne Kochtopf - aber wie?" dass sein Stuhlgang mit der Zeit nahezu geruchlos, jedenfalls nicht "stinkend" wurde. Weil ihm ein Freund deshalb auslachte, wettete er einmal, dass es eben dessen Freund nicht auffallen würde, wenn eines Tages eine Schuhschachtel mit nur lose aufgelegtem Deckel, gefüllt mit einer Stuhlgang-Portion am Tisch stehen würde . Und tatsächlich, es war eine Überraschung als er diesen Scherz aufdeckte.
Ein schleimiger Stuhlgang kann ein Anzeichen für eine Entzündung im Darm sein.
Jedenfalls beobachte ich die Art des Stuhlganges und kann so - schneller Rückschlüsse auf meine Praxis schließen.