Blähungen, Kohlenhydrate
Blähungen
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Blähungen
Warum sich roh bzw instinktiv ernährende Menschen meist lieber von Süd- bzw. Wildfrüchte/-gemüse ernähren statt von heimischem Obst/Gemüse?
Eine funktionierende Ernährung mit Rohkost stützt sich bei den Kohlenhydraten, die einen großen Anteil der Energiequelle darstellen, auf eine
Traubenzuckerversorgung (Glukose, meist aus stärkehältigen Lebensmitteln). Laut Linus Pauling (Nobelpreisträger) verzehrten menschliche Wesen und deren Vorfahren täglich etwa 300 g Glukose (stärkehaltige Nahrung).
Fruchtzucker (Fructose) wurde von Menschen einst nur in relativ geringen Mengen verzehrt.
Bis vor 200 Jahren noch betrug der Fruktoseanteil an der Nahrung nur 8 g täglich.
Sorbit, vor allem in einigen Steinobstsorten enthalten, wurde noch seltener verzehrt (Sorbit wird im Körper zu Fruchtzucker umgewandelt). Nach Dr. Ledochowski können wahrscheinlich 80 Prozent der Bevölkerung kein Sorbit aufnehmen - Kann Durchfall verursachen.
Auch andere Kohlanhydratverbindungen erzeugen eher Blähungen - während Traubenzucker, Stärke (Traubenzuckerkette, pflanzlich) und Glykogen (Traubenzuckerkette, tierisch) ausgleichen, ja beruhigen.
Rübenzucker (= Traubenzucker + Fruchtzuckermolekül) verhält sich neutral (z.B. Walnüsse)
Damit kein Missverständnis entsteht: Traubenzucker wird aus Mais oder Holz und nicht aus Trauben gewonnen und ist im größeren Verhältnis vor allem in Südfrüchten wie z.B. der Papaya oder der Batate (Süßkartoffel) enthalten.
Die Fruktose wird ebenso nicht aus Früchten gewonnen (sie ist mit geringsten Kostenaufwand heruzustellen und wird daher gerne als gesund deklariertes Süßungsmittel in Industrieprodukten verwendet).
Heimische Lebensmittel die aus der Nahrung der heimischen Tiere gezüchtet
wurden, haben ihre Tücken: Sie sind nicht auf den menschlichen Organismus angepaßt.
Symptom-Auswüchse.
Manche Züchter gehen inzwischen mit Gentechnik so weit, dass sie einen
Light-Apfel entwickeln. Er soll noch mehr Sorbit enthalten, um diese an Diabetiker verkaufen zu können.
Bei natürlichem, rohen Honig kommt es auf die Art an. Meist ist verhältnismässig mehr Traubenzucker enthalten, wenn er feiner auskristallisiert.
Die heimischen Früchte wurden größer und süßer gezüchtet. Dabei hat sich mehr als vereinzelt das Verhältnis Traubenzucker zu Fruchtzucker stark zum Fruchtzucker verschoben (= ungünstig).
Ein klassisches Beispiel ist die Zwetschke zur Pflaume, Angaben in mg/100g:
| Frucht |
Traubenzucker |
Fruchtzucker |
Sorbit |
F/T |
| Zwetschke |
4303 |
1998 |
- |
0,46 |
| Pflaume |
3376 |
2020 |
1418 |
0,60
|
Was passiert?
Bei zuviel Fruchtzucker bzw. Sorbitgehalt entstehen Blähungen. Ganz schlimm, wenn die Früchte auch noch wie meist im Handel
unreif angeboten werden. Die Stärkeverdauung beginnt im Mund: Enzyme wandeln die Stärke in Zucker um. Dieser Prozeß wird durch die Säure des unreifen Obstes gestört. So wird die Stärke trotz langem Kauen einfach geschluckt. Im Dünndarm entwickeln sich darauf Alkohol und Kohlensäure - eine wahre Gasfabrik entsteht.
Eine weitere Folge von zuviel unpassendem Zucker ist der erhöhte Verbrauch an B-Vitaminen. Bauchweh, Blähungen, Sodbrennen aber vor allem eine Beeinträchtigung des Eiweiß-Stoffwechsels und der Nervenernährung sind die Folge. Fruchtzucker wiederum muss über die Organe verändert werden, belastet also den Stoffwechsel wesentlich mehr (resourcenmässig). Übermässiger Fruchtzucker(=Fruktose)verzehr läßt den Cholesterinspiegel ansteigen.
Abhilfe:
(1) Ursprüngliche Früchte
(2) Reife Lebensmittel
(3) gut Kauen
(4) Bei Säuregefühl im Mund ausspucken
(5) Sinne beachten (das kann man nicht stark genug betonen!!)
(6) Re-aktion des Körpers beachten
(7) Bei der Küchenrohkost oder bei dem Nacheinander-Essen bietet sich an, Lebensmittel mit Fruchtzuckerüberhang (o.ä.) mit Stärke/Traubenzuckerhältigem zu kompensieren. |
Zuckerarten wie auch Fette kann man gut herausschmecken, wenn man darauf achtet. Es ist das, was meist nie angelernt oder beachtet wurde
So tarierte ich mich anhand 2er Beispiele aus:
(1) Mundgefühl bei Traubenzucker im Vergleich: Ausgezuckerte Feigen haben Traubenzucker an der Oberfläche
(2) Bei Fetten verglich ich mit Muttermilch Hier kam mir die Forelle aus dem Fluß am nächsten vom Mundgefühl her. Gesättigte Fette wiederum wie bei Kokosnuss (auch gut, aber anders eben)
(3) Karieshemmende Säuren bei Granatapfel durch Zungentest an den Zähnen nach dem Schlucken und ob (vergleichsweise zu anderem Obst wie hochgezüchtete Pfirsiche) kein Säuregefühl im Mund bleibt.
Irgendwie war ich durch meine Eltern, die teilweise eine ähnliche Ernährung in Bezug auf diese Aspekte praktizierten schon vortariert. Als ich im Nachhinein in Tabellen (z.B. Internetquellen) die Werte überprüfte, bekam ich Gewissheit. Deshalb ist es sicher gut, anfangs zu testen und nachzusehen um sich selbst zu tarieren.
Mindest zugunsten des Verdauungstraktes und der Zähne empfinde ich diese Bewußtwerdung empfehlenswert. |
Natürlich riechen die Aromen der Früchte mit Fruchtzucker auch verlockend, insbesondere bei Kohlenhydratbedarf. Doch entsteht im Mund kein molliges, angenehmes Gefühl, sollte man aufhören und nicht einfach schlucken.
In Tipps zu Fruchtzuckerintoleranz wird bei Zubereitungen empfohlen,
bei hohem Fruchtzuckergehalt einfach Traubenzucker hinzuzumischen, um
das Verhältnis auszugleichen. Die Rohkostküche macht dies auch manchmal, indem sie entsprechende Früchte, andere Lebensmittel mit hohem Traubenzuckeranteil oder Honig beimischt.
Saures und süßes Obst bzw. Gemüse sollte man trotzdem nicht mischen, also nicht in Extreme verfallen.
Weil man sich ohne Zahlen und Testschmecken meist nur wenig vorstellen kann: Zum Vergleich ein paar Beispielwerte, wobei ein Wert von Fruchtzucker/Traubenzucker (F/T) von bis knapp unter 1 oder 1 vorteilhaft ist.
Von den Sinnen her schmeckt und empfindet man bald heraus, wie sich Traubenzucker im Vergleich anfühlt - am besten darauf achten, dann stellt sich auch die Intuition mit dem Körpergefühl darauf ein. Denn nur was der Körper auch (kennen-) gelernt hat zu fühlen, kann er als Bedarf richtig einschätzen.
Gängige Süd-/Wildfrüchte (Angaben in mg/100 g):
| Frucht |
Traubenzucker |
Fruchtzucker |
Sorbit |
F/T |
| Cherimoya |
4422 |
4422 |
- |
1 |
| Banane |
3786 |
3636 |
- |
0,96 |
| Dattel |
33665 |
31330 |
- |
0,93 |
| Feige |
6992 |
5508 |
- |
0,79 |
| Sapote |
3341 |
1462 |
- |
0,44 |
| Papaya |
1032 |
336 |
- |
0,33 |
| Ananas |
2257 |
2585 |
- |
1,15 |
| Hagebutte |
8704 |
8685 |
- |
0,998 |
| Longanbeere |
1900 |
1299 |
- |
0,68 |
| Anderes |
Traubenzucker |
Fruchtzucker |
Sorbit |
F/T |
| Kartoffeln |
222 |
148 |
- |
0,67 |
| Batate (Süßkartoffel) |
1084 |
361 |
- |
0,33 |
| Yams |
22 |
22 |
- |
1 |
| Kokosnuss |
143 |
- |
- |
0 (!!) |
| Pekannuss |
222 |
- |
- |
0 |
Walnuss
(enth. Rübenzucker) |
- |
- |
- |
- |
Macadamia (kein Zucker) |
- |
- |
- |
- |
Cashewnuss
(enth. viel Rübenzucker) |
1525 |
- |
- |
0 |
| gekeimtes Getreide |
2600 |
2600 |
- |
1 |
| Pastinake |
146 |
117 |
- |
0,8 |
| Rosa Grapefruit*klick |
2873 |
2533 |
- |
0,89 |
| Holunderbeere*klick |
3581 |
3545 |
- |
0,99 |
| Granatapfel*klick |
9051 |
7365 |
- |
0,81 |
Stark gezüchtete Früchte (Angaben in mg/100 g):
| Frucht |
Traubenzucker |
Fruchtzucker |
Sorbit |
F/T |
| Birne |
1674 |
6746 |
2170 |
4,03 |
| Apfel |
2035 |
5738 |
514 |
2,8 |
| Sauerkirsche |
5764 |
4774 |
- |
0,83 |
| Süßkirsche |
4942 |
6158 |
- |
1,25 |
| Pfirsich |
1041 |
1237 |
890 |
1,19 |
| Johannisbeere schwarz |
3955 |
5181 |
- |
1,31 |
| Mango |
640 |
2726 |
- |
4,26 |
| Orange |
2527 |
2868 |
- |
1,14 |
| Anderes |
Traubenzucker |
Fruchtzucker |
Sorbit |
F/T |
| Knollensellerie |
45 |
90 |
- |
2 |
| Wurzelpetersilie |
216 |
270 |
- |
1,25 |
| Beifuß |
2000 |
2000 |
- |
1 |
Mein Tipp für die natürliche Kohlenhydratversorgung
... sind Bananen, Kokosnüsse, auch ein paar Trinkkokosnüsse (je nach Reife), Pekannüsse, Walnüsse, Durian, Süßkartoffel, Süßgräser (vom Schilf über Getreidesprossen, Mais, ...), evtl. Pastinake. Alles je nach Verfügbarkeit.
Wobei Knollen und Wurzeln eher Notfallnahrung sein sollten (kristalline Stärke die schlecht(er) umsetzbar ist, Lectine! - Man hat roh und ungemischt auch bald genug davon, weil es komisch zu schmecken beginnt)
Ab und zu ein Fruchtzuckerschub macht nichts ... aber die Grundbasis bezogen auf die Kalorien sollte entsprechend eingestellt sein, um langfristig zufrieden und versorgt zu sein. |
Übrigens ... die Mikroorganismen, die das Vitamin B12 erzeugen, lieben besonders Nährböden mit hohem Traubemzuckergehalt. Sie sind daher besonders oft an diesen anzutreffen (Feigen, Pilifrüchte, ...). B12 riecht süßlich, schmeckt neutral (evtl samtig).
Das richtige Lebensmittel mit dem richtigen Schimmel (wenn eher weiße - keine grauen, grünen oder schwarze Schimmel!) kann also eine richtige Energiebombe sein.
Bekannt dafür sind auch Algen [...].
Ergänzung zum
Thema Zähne:
Traubenzucker oder Stärke (bzw Glykogen) ist bei den Zähnen beliebter was Karies angeht.
* Manche Früchte wie Granatapfel (roter Farbstoff) desinfizieren sogar (gegen Karies), trifft auch größtenteils für dunkle Beeren (auch Holunderbeeren) zu (Phenole!).
Honige haben unterschiedliche prozentuelle Aufteilung des Fruchtzuckers mit Traubenzucker. Man kann es herausschmecken (feinerer Zuckergeschmack). Außerem mit der Zeit daran erkennbar, dass der, der mehr Traubenzucker hat, schneller (fein) auskristallisiert.
Solche Honige sind dann für Kindereisherstellung mit Erdbeeren und Banane auch besser geeignet, weil sie die Zucker ins bessere Gleichgewicht schieben (kein Säuregefühl). Ein guter Schuß natives Öl oder besser der Saft des Kokosnussfleisches (Obersersatz) ist dann für das richtige Mundgefühl (mollig, fett) gut. Kokosnuss ist auch nur mit Traubenzucker drin, Banane meist auch mit mehr Traubenzucker.
B12 wird mit einer Bakterienkultur gezüchtet, die am liebsten Traubenzucker verstoffwechselt. D.h. Schimmel auf rohen (!) Lebensmitteln mit hohem Traubenzuckeranteil könnten interessant riechen (süß) und (neutral) schmecken. Nicht geeignete Schimmel riechen nicht gut.
Somit kann so ein Schimmel (sog. Edelschimmel) auch eine B12-Quelle sein und damit eine gute Energiequelle (von B12 kann man nie genug haben).
Mehr Info zum Randthema Schimmel:
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Quelle der meisten Werte: Deutscher Bundeslebensmittelschlüssel.