Diesen Text schrieb ich einmal in ein Forum.
Als Einleitung habe ich über den Text Überschriften verlinkt, damit der längere Text strukturierter ist:


Beobachtungen als Kind und über Erwachsene und ältere Menschen

Das Vorbild alter Thermen
Warum wir in Wärmeräume gehen wollen
Das Nord-Südgefälle koronarer Erkrankungen
Die Entwärmung des Körpers (und wie sie optimal sein sollte)
Tatsächlich durchgeführte Versuche mit Wärmeräumen
Unser strahlungsklimatisiertes Badezimmer
Sauna - eine Richtigstellung
Die Wirkung der Wärmestrahlung / Infrarotstrahlung
So nutze ich Saunalandschaften

Beobachtungen als Kind und über Erwachsene und ältere Menschen


Als Kind ging ich schon gerne mit meinen Eltern in die Sauna. Damals sprang ich auch mal gerne in das kalte Tauchbecken während "die großen" sozusagen „nur“ duschten oder Kneipp'sche Anwendungen machten. Irgendwie war das für mich (und andere) so etwas wie ein "Härtetest". Mir machte das auch in meiner Kindheit kaum etwas aus (kaum eine höhere Herzfrequenz). Mir fällt auch heute in der Sauna immer wieder auf, dass Kinder gerne auftrumpfen, allerdings leider auch mal bei der Dauer es Besuches in der Sauna (Manchmal machen besonders "coole" Saunagäste spöttische Bemerkungen, wenn jemand früher aus dem Aufguss gehen will, das ist direkt fahrlässige Gefährdung und falsche Wertevorspielung auf Kosten unerfahrener Saunagänger). Meine Oma ging bis sie über 70 Jahre alt war in die Sauna, in den letzteren Jahren lieber in die sogenannte Biosauna (50-60°C; Davor wurde dies nicht angeboten). In einer Sauna, die sie auch gerne besuchte, eine „original finnische Sauna“, war es so, dass sie für jeden neuen Sauna-Aufguss (fast komplett) frisch aufgeheizt wird. D.h. es wird komplett durchgelüftet (mit Fenster und Außentüre), geschlossen und dann heizt sich die Sauna langsam wieder auf. Man setzt sich gleich nach der Lüftung hinein und bleibt, solange man möchte.
Die heute oft üblichen 90°C werden allerdings (absichtlich) nicht erreicht (obwohl es technisch natürlich möglich wäre).


Bild: Saunahaus im Schnee das gut durchlüftet werden kann (Querlüftung)

In der selben Saunaanlage gibt es eben auch jene typischen 90°C-Saunen.


Bild: Klafs Sauna (www.klafs.de)


Vorbild alter Thermen


Die langsame Temperatursteigerung nutzten auch die Römer/Türken/Zwischenstromland/.../Menschen früher in ihren Thermen. Nach den Umkleideräumen gingen sie in immer wärmer werdende Räume. Je nach Kultur bis zum Dampf oder mit Bademöglichkeit. In einem Raum, der annähernd Körpertemperatur hatte (idealer Zustand für den Körper) hielten sie sich länger auf: Das Tepidarium.


Bild oben: Hypokaustenanlage (aus: www.variotherm.at)


Rekonstruktion einer Hypokaustenanlage (aus: www.bibleplaces.com)

Rekonstruktion von Masada (Herodes hatte auch ein Tepidarium)

Dort wurde auch diskutiert und über Tagesthemen etc. gesprochen. Das Forum ;-).

Typisch für solche Anlagen war ein Eingangsbereich/Entkleidraum (Apotyterium), ein größerer körperwarmer Raum (Tepidarium), und ein heißer Raum (Caldarium), manchmal ein kalter Raum zum abkühlen (Frigidarium), manchmal noch ein heißerer Raum (Laconium, Sudatorum).



Bild oben: Thermenanlage (aus: www.variotherm.at)

War das Schwitzbad erreicht, ging man nicht in die Kälte oder gleich zum kalten Raum zurück sondern gewöhnte den Körper langsam wieder an niedrigere Temperaturen in dem man die Räume in umgekehrter Folge zurückging.
So kann der Körper ideal arbeiten (mehr dazu unten).



Stellt sich nur Frage: Wozu überhaupt in Wärmeräume gehen?


Wären wir nackt könnten wir hier in diesen Breiten kaum überleben – schon gar nicht ohne Häuser. (Die Bücher von Anastasia lasse ich jetzt einmal außen vor, denn dieser Lebensraum würde die energiereichen gesunden dichten Wälder benötigen – so es denn möglich ist dass sie trotz geringer Temperaturen ausreichend Energie übertragen. Gesunde Wälder sind ohnehin überlebenswichtig, ich komme zurück zum Thema *gg*)
Als die Menschen von Süden Richtung Norden wanderten, bekamen sie immer weniger Sonnenenergie. So wie die Ernährung eine wichtige Rolle spielt, ist auch die Art der Raumbeheizung bzw. der Warmkur ausschlaggebend für das Immunsystem. Das was die ungesättigten Fettsäuren und andere Eiweiße bei der Ernährung sind, ist die Strahlungswärme bei der Heizung (dadurch keine bzw. weniger Strahlungswärmeabgabe des Körpers). Sie ist der Sonnenwirkung am nächsten.


Ich zitiere aus dem Buch „Angewandte Bioklimatologie mit modernen naturnahen Heilmethoden – Der Weg aus der chronischen Krankheit“ von W. Ledwina:


Das Nord-Süd-Gefälle koronarer Erkrankungen (Anmerkung von mir: Dieses Kapitel geht auch auf die Ernährung ein)

[...]
Durch Entspannung im Strahlungsgleichgewicht (täglich 1 Stunde) wird die Wirkung der Herzglykoside deutlich erhöht und nach Monaten und Jahren die Funktion atherosklerotisch geschädigter Organe deutlich gebessert. [...]

Die Studie an 12.000 Männern zwischen 40 und 59 Jahren, aus 7 Ländern in 10jähriger Kontrolle, zeigt ein großes, kontinuierliches Nord-Süd-Gefälle der Inzidenzraten koronarer Erkrankungen von 14 Fällen pro 100 in Ostfinnland auf 1 Fall in Kreta und der koronaren Todesfälle von 5 auf 0 in Korrelation mit der Abnahme an gesättigten Fettsäuren in der Ernährung als Anteil der Gesamtkalorien und mit der des Serumcholesterinspiegels.


Bild oben: Nord-Süd-Gefälle koronarer Erkrankungen

Die Studie sagt jedoch nichts aus über die klimatologische Situation. Es besteht von Kreta bis Finnland ein deutliches, kontinuierliches Süd-Nord-Gefälle der mittleren Strahlungstemperatur, das heißt, dass im Norden die strahlende und im Süden die konvektive Entwärmung überwiegt.
Für die Herzkranzgefäße ist somit die Kombination der Faktoren strahlende Entwärmung und gesättigte Fettsäuren pathognomonisch.
Wenn andere Organe in Untersuchung gezogen werden, dann sind die gesättigten Fettsäuren durch einen anderen Risikofaktor aus den Lebensgewohnheiten zu ersetzen. [...]

Die konvektive Entwärmung in einem Strahlungsklima wurde als Wirkungsfaktor identifiziert, der gegen Hypertonie und Atherogenese gerichtet ist. Der Strahlungsklima ist durch eine höhere, möglichst hohe Strahlungstemperatur, kühlende und bewegte Luft und mäßige Feuchtigkeit gekennzeichnet. Bei der Faktorenkombination "strahlende Entwärmung - gesättigte Fettsäuren" sind die koronaren Erkrankungen häufig, sie sind jedoch selten, wenn sich der Körper konvektiv entwärmt. [...]



Der moderne Mensch sollte sich einmal täglich für wenigstens 20 Minuten unbekleidet in dem Klima eines Tepidariums aufhalten.
Dieses Klima ist durch ein homogenes Wärmestrahlungsfeld mit einer Abstrahlungstemperatur von mindestens 37°C und einer gegenüber der Strahlungstemperatur um 10 Grad abgesenkten Lufttemperatur gekennzeichnet.

[...]

Entwärmung des Körpers


(Auszüge, teils zusammengefasst)

Der Körper muss die jeweils anfallende, chemisch und physikalisch produzierte Wärme abgeben. Der Körper kann sich entwärmen:
1. durch Strahlung
2. durch Verdunstung und Schweiß (kurz: feuchte Entwärmung)
3. durch Konvektion und Leitung (kurz: konvektive Entwärmung)


Behaglichkeit (aus: www.variotherm.at)

1. durch Strahlung
Nach dem Gesetz von Stefan BOLZMANN steigt das Emisssionsvermögen mit der 4. Potenz der Abstrahlungstemperatur. Ein warmer Körper wird daher unabhängig von der Temperatur der Luft sehr rasch Strahlungswärme an den kühleren abgeben. Der Wärmetausch erfolgt in der Natur hauptsächlich durch Strahlung. Bei der üblichen Raumtemperatur von 20-22°C entwärmt sich der Körper überwiegend durch Strahlung (nach HENSEL zu 50%) und dies trotz der Kleidung, während der Heizperiode aber überdies schief, das heißt in Richtung kalter Mauern und von außen gekühlter Fenster.

Die Entwärmung durch Strahlung wirkt sympathikoton, verhindert insbesonders die Entspannung der glatten Gefäßmuskulatur und steigert den Blutdruck gegenüber der konvektiven Entwärmung, so dass bei Hypertonikern im Vergleiche zum Bett Differenzen bis zu 100 mmHG systolisch und 40 mmHG diastolisch gemessen werden.
Die strahlende Entwärmung hemmt überdies den Abbau der Transmitterstoffe.

2. durch Verdunstung und Schweiß (kurz: feuchte Entwärmung)
Bei der Verdunstung von 1 g Wasser werden 580 Kalorien verbraucht. Bei üblichen Raumtemperaturen verdunstet täglich der Körper über Haut und Schleimhäute in Ruhe etwa 500 g Wasser, bei Arbeit auch das Vielfache. Die für die Verdunstung erforderliche Wärme wird zum Teil vom Körper aufgenommen. Bei vermehrter Perspiratio insensibilis entsteht unter der Kleidung ein höherer Dampfdruck, der die Verdunstung hemmt und dann Wärmeregulation und Kreislauf belastet. Bei Hitze ist zur Entwärmung eine 20fache Steigerung des Hautdurchflusses nötig und auch möglich, da der Muskeldurchfluss möglichst klein gehalten wird (Sauna).
Hitze schädigt die Gefäße und die Enzyme. Die Äquivalenttemperatur 49 °C ist ein allgemein gültiger Grenzwert der Behaglichkeit, sie errechnet sich aus der Lufttemperatur plus 2mal Dampfdruck.

3. durch Konvektion und Leitung (kurz: konvektive Entwärmung)
Die Voraussetzung ist ein Strahlungklima mit homogenen Wärmestrahlungsfeldern mit einer Strahlungstemperatur von 22-38°C, eine gegenüber der Strahlungstemperatur abgesenkte Lufttemperatur von 15-27°C, eine Luftbewegung im Raum in der Größenordnung von mm pro sek (Anmerkung von mir: d.h. wenig Luftbewegung durch z.B. Zug, Thermik, ...) und eine normale, leichte oder auch keine Bekleidung, je nach den Temperaturgradienten.
LUEDER fordert im Wohnbereich eine Strahlungstemperatur von 22°C und eine Lufttemperatur von 15°C (Arbeitsklima).
Das bevorzugte effektive Raumklima ist jedoch das des Tepidariums.
Dieses Klima ist durch ein homogenes Wärmestrahlungsfeld von 37 °C und einer gegenüber der Strahlungstemperatur um 10°C abgesenkten Lufttemperatur gekennzeichnet.

Tatsächlich durchgeführte Versuche mit Wärmeräumen


Als Versuchsanordnung wurde vom Autor erstmals eine massive Holzkabine mit großer Wärmekapazität verwendet. Diese Kabine wird vor der Benützung ungefähr 1 Stunde mit Dunkelstrahlern aufgeheizt.
Während der Benützung strahlt also nur das Holz, die Warmluft wird beim Kopfausschnitt abgeführt. Die gespeicherte Wärme genügt für 1 Stunde Benützungsdauer. Holz ist ein schon in der Volksmedizin verwendeter Baustoff.

Die ursprüngliche finnische Sauna ist ein Blockhaus, bei Abkühlung wird ein therapeutisch nutzbares Strahlungsklima erreicht.


Bild oben: Holzblocksauna von Honka (www.honka.com)

RIKLI verwendete für die atmosphärische Kur von der Sonne aufgeheizte Lufthütten und solche Baustämme, in eine Höhlung legte er die Patienten. Holz klimatisiert und bringt die natürliche Atmosphäre in den Raum.
Der Autor verwendete die Liegekabinen zunächst als Überwärmungsbäder. Die starke Erregung der Formatio reticularis, die ohnedies schon von sämtlichen Rezeptoren unseres Organismus aus gereizt und überreizt ist, und der dadurch bestehende hohe Sympathikustonus machen die Sauna bei hohen Lufttemperaturen zu einem va-banque-Spiel. Der moderne Mensch braucht Entspannung und immer wieder Entspannung aber keine sympathische Peitsche. Hitze schockiert überdies die Enzyme, die doch die Transmitterstoffe beschleunigt abbauen sollen.
Wenn eine Heilwirkung dem üblichen Saunabad zugesprochen werden kann, dann durch die Erhöhung der Körpertemperatur, wodurch nach der van´t Hoff´schen Regel die Reaktionsgeschwindigkeit aller biologischen Prozesse und die Ionendurchlässigkeit der Membranschichten erhöht wird.
Nach dem Schwitzen wird die Haut alkalisch und elektronegativ (Anmerkung von mir: Die Ionen in der Luft haben auch eine Auswirkung auf das Befinden) [...]


[...]

Ein Tepidarium in einer Ecke der Wohnung, mit einem beheizten Boden in der Größe von 1x2m, 4 beheizten Wandflächen und einer reflektierenden Decke, läßt sich wohl fast in jeder Wohnung installieren. Sollte dies nicht möglich sein, dann kann man auch einen strahlungsklimatisierten Liegeplatz aufstellen, der wieder abgeräumt wird. Ein strahlungsklimatisierter Liegeplatz kann aus einer beheizten Bodenplatte und 2 beheizten oder auch nur bespiegelten Platten, die giebelförmig darübergestellt werden, bestehen.
Den kleinsten Raum nimmt der Klimaschild ein, der aus 2 Schalen besteht, die einen elektrisch leitbaren Anstrich haben. Wenn das Gerät nicht gebraucht wird, kann die eine Schale in die andere, etwas größere, geschoben werden. Es gibt also schon mehrere technische Lösungen, die auch dem vorhandenen Raum Rechnung tragen. Die Hälfte von einem Klimaschild wird über das Bett gegeben, auch so entsteht ein strahlungsklimatisierter Liegeplatz.
[...]
[Zitat Ende]

Unser strahlungsklimatisierter Baderaum


Ich habe mit unserer Zentralheizung gleich unser Badezimmer als Kommunikations- und strahlungsklimatisierten Raum eingerichtet. Als unser Kind frisch auf der Welt war, fragte ich unsere Hebamme, ob das Infrarot-Licht in Ordnung für das Baby wäre. Sie meinte: "Du wirst sehen, es wird es lieben!" Tatsächlich möchte er zu 98% (tagsüber) dort gestillt werden (2% wo anders wenn ihn etwas anderes interessiert, das er nicht verlassen möchte und das eigentlich dann nur kurz).
Oben auf der rundum erwärmten Wand ruht eine 3-Schicht-Holzplatte in der ich große Fassungen von Hofmann und
Therapielampen von Osram (250W Infrarot [am meisten in Verwendung] und 300 W UV für ab und zu; erhältlich im Elektrofachhandel) verdrahten ließ.
Aus Sicherheits- und Energiegründen habe ich jeder Lampenart eine Schaltuhr vorgeschalten (die gibt es mechanisch mit Tak-Geräusch oder digital, etwas teurer). So kann ich die Beleuchtungszeit einstellen (z.B. 15 Minuten IR davon die ersten 5 Minuten auch UV-Licht).




Das Buch von Dr. Ledwina enthält ein eigenes Kapitel über die Sauna:
[Zitat Anfang]

Sauna - nur eine Richtigstellung


Viele Autoren meinen, dass in der Sauna ein wirksames Mittel gegen die Bewegungsarmut, die vegetative Dystonie und gegen Kreislaufschäden gegeben sei. Die Sauna ist eine extreme Wärmebelastung, wobei zunächst die Wärmeaufnahme durch Leitung und Strahlung die Körpertemperatur und dein Stoffwechsel steigert, dann aber die beträchtliche Wärmeentwicklung über den Stoffwechsel einsetzt. Es sind also mehrere Faktoren an der Erhöhung der Bluttemperatur beteiligt, die simultan einen Zustand auslösen, der einer kurzen Periode eines Fiebers zur Abwehr einer Infektion vergleichbar ist. Die heiße Luft bis zu 100°C reizt die Weärmerezeptoren der Haut, so kommt es zunächst von der Peripherie und dann auch über die zentral integrierte Wärmeregultaion zu einer starken Erregung der Formatio reticlaris. Herz und Kreislauf bekommen nun die Signale, sich ganz auf Wärmeabgabe umzustellen, die die Mäglichkeiten durch Strahlung, Perspiratio insensibilis und Konvektion Wärme abzugeben nicht gegeben oder zu gering sind. Es setzt also eine hohe Schweißsekretion ein und die Verdunstung des Schweißes verbraucht auch Körperwärme. Doch alle Maßnahmen nützen nur wenig, die Aufenthaltsdauer in einer Sauna wird durch die Zwecklosigkeit weiterer massiver Wärmebelastung limitiert. Nach DEETJEN ist bei Gesunden der Saunaeffekt durch ein anschließendes Tauchbad in kaltem Wasser optimierbar, wobei eine noch stärkere Arouselreaktion eintritt, d.h. einer Erregung der Formatio redicularis mit Steigerung des Sympathikustonus, es kommt kurzfristig zu einem rapiden Bluddruckanstieg mit Mitteldrucken über 200 und systolischen Spitzen bis zu 220 mm Hg. Abgesehen von der Frage, wer den heute wirklich gesund und auch frei von einem beginnenden Gefäßprozeß ist, schädigt übergroße Hitze die peripheren Gefäße und den Kreislauf (STRASSER). MARCHIONINI und OTTENSTEIN haben nach Schwitzbädern einen Anstieg des Blutcholesterins festgestellt.

Unter behaglichen Bedingungen beträgt der Hautdurchfluß 4-6 ml/min auf 100g Hautgewebe, das gesamte Minutenvolumen der Haut eines 180 cm großen und 80 kg schweren Menschen nur etwa 1/3 Liter, dass ind 4% des Herzminutenvolumens. Die Initiatoren eines höheren Herzminutenvolumens bei Wärmebelastung oder bei Muskeltätigkeit sind verschiedene, in dem einen Fall sind es zentral Anordnungen der Wärmeregulation und im anderen periphere Forderungen durch den Gasstoffwechsel, ein dem einen Fall geht der Zuwachs des Herzminutenvolumens durch die Anastomosen der Haut für eine organspezifische Leistung und im anderen durch das Kapillargebiet der tätigen Muskulatur, um nutritive Aufgaben zu erfüllen.
Kapilläre Durchblutungen lassen sich weder da noch dort durch Wärmebelastungen erzwingen, da schon allein durch den Wärmeverlust bei Verdunstung Gegenregulationen eintreten. Zur Erhöhung der Körpertemperatur, der dann zur Stimulierung des Abwehrsystems sicherlich eine Bedeutung zukommt, sind hohe Lufttemperaturen überflüssig, denn diese läßt sich durch Strahlung homogener Wärmefelder bei Lufttemperaturen, die eine konvektive Entwärmung des Körpers gerade noch verhindern, ohne die Gefahren, die durch hohe Lufttemperaturen vorhanden sind, erreichen.



[...]
Es wird dabei übersehen, dass die bei uns gebräuchlichen Anlagen keine finnischen Saunen sind, da die Wärme nicht in dem Maß gespeichert wird; es fehlt die massive Holzkonstruktion, das Nachheizen der Luft während des Betriebes belastet den Kreislauf und das Enzymsystem noch mehr. In der finnischen Sauna werden beim Absinken der Lufttemperatur und durch die höheren Wärmestrahlungsfelder Temperaturbereiche erreicht, die therapeutisch genützt werden könnten. Aber auch die Popularität der Sauna in ihrem Urspungsland ändert nicht daran, dass die Inzidenzraten für koronare Erkrankungen in Ostfinnland weitaus am ungünstigsten liegen. Bei Wärmebelastung stellt sich der Organismus ganz auf Wärmeabgabe um, in der Haut werden maximale, also 20fache Durchlfußmengen erreicht, der gesamte Muskeldurchfluß wird hingegen möglichst klein gehalten, damit der für das Herzminutenvolumen so ausschlaggebende Blutdruck gehalten wird, denn der Hautdurchfluß erfordert dies.

Die frühe Erkennung der Arteriosklerose ist klinisch auf einfachem Wege nicht möglich, spätestens in der 2. Lebenshälfte wird der bewegungsarme und übergewichtige Mensch zur Risikoperson. Das ist dann der Typ, für den nun die regelmässige Sauna empfohlen werden soll. Doch gerade für diesen eignet sich die Sauna nicht. In den Gefäßen kann bei Cholesterinämie, also auch bei der passageren von der Nahrungsaufnahme hervorgerufenen, die Ablagerung von Cholesterin, provoziert durch Flüssigkeitsverlust und Blutdruckanstieg durch großmolekularen Transfer, begünstigt werden.



Gegen den häufigen Gebrauch der Sauna außerhalb der Sportmedizin bestehen daher schwerwiegende Bedenken. Die Sauna ist kein Mittel gegen die Bewegungsarmut, da die durch sie erzielte Stoffwechselsteigerung auf Tag und Woche umgelegt fast null ist, sie ist kein Mittel zur Förderung der Durchblutung der Muskulatur, da das erhöhte Herzminutenvolumen durch die Haut geschickt wird, sie ist kein Mittel zur Entspannung, da die Formatio redicularis erregt wird und schließlich ist sie auch kein Mittel gegen Gefäßerkrankungen. Die alte finnische Sauna mit der Feuerung auf Steinen bietet jedoch die Möglichkeit der therapeutischen Nutzung des homogenen Wärmestrahlungsfeldes bei sinkender Lufttemperatur.
[Zitat Ende]

Kurz gesagt: Da wo die üblichen Aufgussbesucher gerade herausgehen, kann man danach die Strahlungswärme bei frisch durchgelüfteter Luft in der Sauna am besten nutzen (aufgeheizte Umgebungsflächen, kühlere Raumluft). Das hat auch direkte Einfluße auf die Ionen in der Luft.
Oder eben gleich Tepidarien besuchen/anwenden.

Die Wirkung der Wärmestrahlung/Infrarotstrahlung


Die Wärmestrahlung bewirkt eine Tiefenwärme, die die Wassermoleküle des Körpers aktiviert: Die Zellen werden belebt, der Blutfluss gesteigert, der Stoffwechsel angeregt und die Sauerstoffversorgung verbessert. Es werden auch die Muskeln erwärmt was zu einem tiefenbedingt höherem Schwitzvolumen bzw. einer umfassenderen Wirkung führt.



Der mögliche lange Aufenhalt bewirkt auch die Entspannung der Muskeln und Gelenke. Der Organismus wird gestärkt.
Seit einigen Jahren werden deshalb auch immer mehr kleine Infrarotkabinen angeboten. Ich fühle mich darin sehr beengt, ist aber sicher für viele auch eine praktikable fertige Lösung.


Dass man sich in solchen Tepidarien schön lange aufhalten kann, zeigt auch dieses Bild, das ich von einem Saunahersteller fand:



Bild: Tepidarium vom Saunahersteller Kueng
(www.kueng.de)



Ein Caldarium (Hotel Traunstein in D)

So nutze ich Saunalandschaften


Ich gehe gerne bei uns in der Nähe in eine Art Erlebnisoase wo verschiedene Räume mit verschiedenen Temperaturen und Möglichkeiten vorhanden sind. Ideal wäre es allerdings nach dem Vorbild antiker Thermen, wo ein Raum in den nächsten übergeht.
Wir heizen unser Badezimmer nie so auf, dass wir ins Schwitzen kommen (außer es kommt jemand in Winterbekleidung herein).
Wenn ich eine Schwitzkur machen möchte (meist einmal in der Woche), gehe ich in die Saunalandschaft mit Räumen mit gemässigter Temperatur (mit Caldarien die oft als Tepidarien benannt werden). Dort bleibe ich dann meist bis zu einer Dreiviertelstunde in einem Raum bevor ich für eine kurze Sauerstoff- bzw. Regenerations/Abduschpause (warm) in den nächsten Raum gehe. In einen Aufguß gehe ich des Spaßes wegen, nicht weil es "besonders angenehm und daher gesund" ist: Dort wird (zumindest bei uns) gerne gescherzt.

Bei mir zu Hause nutze ich das strahlungsklimatisierte Badzimmer so oft wie möglich und kann es nur jedem empfehlen: Zum Dazusetzen während andere baden, zum lesen, dösen, schlafen ...

Hier habe ich noch einen Beispielschnitt durch ein Tepidarium (Quelle: Variotherm) das zentralbeheizt wird.



Ein zentralbeheizter oder schon abkühlender direkt beheizter Kachelofen in einem sonst kühleren Raum hat eine ähnliche entspannende Wirkung. Der zentralbeheizte Kachelofen hat dabei den Vorteil, ganz indviduell gestaltet werden zu können.




Quellen:
"Angewandte Bioklimatologie mit modernen naturnahen Heizmethoden - Der Weg aus der chronischen Krankheit" von W. Ledwina,
Bilder wie unter den jeweiligen Illustrationen angegeben.