Getreide, Nüsse und Leguminosensamen (diese enthalten auch noch Lectine! -> eher meiden; mono schnell entdeckt, sind sie gemischt noch schneller verdeckt) enthalten Phytinsäure


Manche Rohis empfehlen, Nüsse mit Salz einzuweichen, weil dies die Enzyme fördern soll, die Phytinsäure deaktivieren (Weston A Price, wobei Nüsse auch laut ihm nicht generell so empfehlenswert sind. Die Vorgangsweise wurde Niedergeschieben und hat auch etwas mit Vermeidung von Schimmel auf Nüsse bei entspr. Lagerbedingungen zu tun).
Da Nüsse nicht viel Phytinsäure enthalten, enthalten sie auch nicht so viele Enzyme dagegen, heißt es derzeit in manchen Rohkostforen. So seien früher Nüsse in Salzwasser eingeweicht und dann getrocknet worden.

Für was dies jedenfalls hilft, ist gegen die Schimmelbildung. - Falls man damit ein Lagerproblem hat.

Andererseits widerspricht dem Müller-Burzler, weil er meint, Nüsse und Salz sollten nicht kombiniert werden.
Da ich selbst Nüsse meist als eher kein gut geeignetes Lebensmittel für die Basis sehe, würde ich sie auch nicht in Salz einweichen.
Als Mineralstoffversorgung gibt es bessere Möglichkeiten.
Dies würde auch nach anderen Rohis zum Übergehen der Sperre aufgrund welcher Stoffe auch immer führen - weil Salz dominant wirkt (Gefahr für Anfänger, auf so einen Tipp hereinzufallen. Gerade für Samen hat die Natur viele Schutzmechanismen entwickelt -> Gefahr bei zu regelmässigem bzw zu viel Verzehr).
Und da es für meinen Mundgeschmack zu maskiert schmeckt, lasse ich es.
Bei Hafer nicht erforderlich, da nicht oder kaum vorhanden. Sonst hilft neben Einweichen (in Wasser) auch Keimen und Fermentieren (je nach dem auch etwas).

Da Hafer, Walnüsse, Pekannüsse und ggf gelber Leinsamen (angepaßt) die einzigen Samen sind, die ich je nach Jahreszeit fallweise esse, brauche ich dieses Einweichen in Salz nicht. Im Gegenteil. Und bei diesen Samen gibt es diese Herausforderung auch nicht.
Ich sehe es als zielführender an, das zu essen, für was wir gemacht sind, als alles was es gibt so verändern zu wollen, dass es trotzdem essbar - scheint. Denn sicher kann man sich dessen nie sein. Die sekundären Pflanzenstoffe sind noch lange nicht erforscht, der Stoffwechsel auch nicht komplett. Uns bleiben hierzu bei der rohen Ernährung,
also ohne Erhitzungsprozesse nur die Sinne, um dies eindeutig entscheiden zu können.

Deshalb gibt es auch die Empfehlung, generell Samen und Getreide keimen zu lassen (Demeter, Fraunhofer-Institut).
Durch Anrösten (was bei Rohkost ja nicht gemacht wird) oder eben Einweichen werden Nüsse besser verdaulich. Einweichen belebt die Nüsse, da sie zu keimen beginnen und sich dadurch wertvolle Enzyme bilden.

Phytin ist der Phosphorspeicher der Samen. Es ist allerdings auch Phytase enthalten, die eben beim Keimen Phytin abbaut. Salz verhindert allerdings die Keimung.
Die meisten Erkenntnisse dazu stammen allerdings aus dem Labor und sind noch nicht ganz bezüglich Stoffwechsel erforscht.

DAHER: Auch hier sollten die Sinne das wichtigste Mittel sein, zu bestimmen, ob die gegessene Menge reicht bzw wann man aufhören sollte.
Dies schafft man mit dem Einweichen mit Salz nicht, da es verfälscht.

Salz würde ich nur mit natürlichen Quellen wie Algen zusammen essen - oder wo man weiß, dass davon viel gegessen werden kann, ohne in Stoffwechselvorgänge einzugreifen.

Hier noch ein Zitat von biogärtner:
Phytinsäure: Sekundärer Pflanzenstoff. Vorkommen in Getreide- und Leguminosensamen (sowohl im Mehlkörper als auch im Außenkorn), in Nüssen und Ölsaaten. Pflanzenspeicher für Phophor, Phytinsäure besteht zu mehr als der Hälfte aus diesem Element. Phytin kann zu Blähungen, Durchfall und Verstopfung führen. Sie hemmt die Aktivität des stärkespaltenden Enzyms Amylase im Mund und wirkt deshalb blutzuckerregulierend. Sie vermindert die Aufnahme von Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, von Protein und Stärke sowie Vitamin B1 durch die Bildung von Phytaten. Deswegen war Vollkorn ins Gerede gekommen. Das gilt gem. Prof. Dr. C. Leitzmann, Gießen, aber nicht, wenn die jeweiligen Metall-Phytinsäurekomplexe durch pflanzeneigene Phytasen (Enzyme) in den Außenschichten des Korns aufgespalten werden. Beim Keimen, Einweichen und bei der Teigherstellung entstehen Enzyme, die die Säure spalten. Außerdem befinden sich die wichtigen Mineralstoffe in den Randschichten des Getreidekorns, so dass Vollkornesser per Saldo mehr dieser Mineralstoffe aufnehmen als Leute, die Weißmehlprodukte essen. Andererseits hat es möglicherweise eine Schutzwirkung bei Darmkrebs (im Tierversuch), Diabetes, Lipidstoffwechselstörungen und Schwermetallvergiftungen. Kalk- und Phytinsäurereiche Nahrung verringert die Bleiaufnahme.- Durch die Teiggärung beim Roggenbrot wird die Phytinsäure abgebaut, im Weizenvollkornbrot zu 50%. Auch Einweichen und Keimen reduziert den Phytingehalt. Man sollte auf jeden Fall nur Brote, die mit Sauerteig vergoren sind, essen, um etwaige Nachteile zu umgehen. Nur Hafer ist frei von Phytinen. - Eine Ernährungsstudie in Gießen mit Schwangeren, die sich mit Vollkorn ernährt hatten, ergab eine bessere Zink- und Mineralversorgung.

Sonst gilt Phytinsäure in geringen Mengen nicht so antinutritiv wie bisher - dies allerdings in der üblichen Koch/Backdiät.