Ob Zuhause, wo man schneller eine größere Auswahl von Lebenmittel vorrätig hat oder unterwegs. Mit der Kenntniss der Grundabusteine der rohköstlichen Ernährung kommt man nicht mehr in Verlegenheit denaturierte Lebensmittel zu verzehren.
Eine beginnende Rohköstlerin schrieb in einem Forum:
Tapfer ging ich zum Auto um meinen Kohlrabi, meine Weintrauben und beiden Äpfel zu holen. Mitten drin überlegte ich es mir anders und dachte "Ich mach mich hier heute nicht zum Affen", drehe ohne die Lebensmittel um.
Also bei der Auswahl hätte/hatte ich mir das auch gedacht.
Es dauerte etwas, bis ich mir eine Art "Schnell-Liste" angewöhnte, die ich ggf. je nach Lokalität mitnehme. Ich schildere mal grob:
Wasser
(1) Je nachdem auch Wasser (in manchen Bezirken wird stark gechlort oder es ist mir zu unhygienisch dort [Flußwasser bei mir trinke ich, nur dass keine falsche Annahme von übertriebener Putz-Hygiene entsteht]).
Abdeckung: Durst ... immer vor dem Essen trinken (am besten eine halbe Stunde vorher)
Wildpflanzen und Kräuter
(2) Überlege/frage ich ob Wildpflanzen dort sein könnten (in einer Stadt bei einem Besuch in einer Wohnung meist nicht vorhanden) und nehme ggf. einige Blätter aus dem Garten oder unterwegs mit. Dasselbe mache ich auch, wenn ich weiß, dass die Vegetation dort anders bzw. noch nicht so weit fortgeschritten ist wie bei mir. Die Blätter esse ich auch mal so einfach zwischendurch.
Beispiel "geschmacklich stark": Minze, Gundermann, Oregano, Brennessel, auch mal einfach Basilikumblätter, Kreuzblütengewächse (z.B. Kohlblätter aus dem Garten - entschleimend) oder ab und zu Mangold (was mich halt gerade "anspringt"), derzeit: Karottenblätter
Beispiel "fett oder schleimig": Malve (siehe Bild oben), Bienenweide, Borretsch, Mohn, Linde, Weide
Abdeckung: Gewürzdüfte, "gschmackigen" Speisen
Beispiel "Reis/Getreide": saftige Süßgräser-Halme wie Schilf (= unser größtes Süßgras)
Salz
(3) Nehme ich mir ein paar Spagetti-Algen mit. Die passen eigentlich immer in die Tasche. Weil sie aber immer wieder ausgehen, habe ich auch eine kleine Kristallsalzkugel immer dabei.
Abdeckung: Salz eben ... Fehlt es kommt schnell der Gusto auf alles Mögliche, was gekocht (und gesalzen) ist. Abgesehen davon Verdauungshilfe (Magensäure). Im Süden schmecken Wildpflanzen oft von sich aus salziger.
Meist lasse ich dann mal eine kleine Pause sein.
Je nach Mahlzeit Früchte oder Proteinhältige Lebensmittel
(4) Dann denke ich nach, welche Tageszeit das sein wird und was ich dort vor habe. Also Exotenobst oder Gartenobst oder vielleicht statt dessen auch mal ein Ei, ist sehr praktisch zum mitnehmen und kaum jemand schaut dabei - weiche Eier werden meist gegessen (außer Veganer natürlich). Gerne nehme ich mir "ordentliche" Sachen mit wie Butterkokosnuss-Hälfte oder ähnliches wenn vorhanden.
Nüsse/Kerne/... nehme ich kaum mit (außer sie sind frisch bzw. frisch getrocknet aus dem Garten), sind aber auch eine gute Reserve. Jedenfalls brauche ich davon meist sehr wenig.
Abdeckung: Weitere Vitamine und alles sonstige ...
Süßes: Datteln, Korinthen, ...
(5) Vielleicht habe ich (viel) später auch Gusto auf Süßes (Abendtief) ... Für diesen Fall nehme ich mir Datteln oder Korinthen (kaum andere Trockenfrüchte)mit. Oder falls ich plötzlich doch nichts "pikantes" möchte. Je nach dem kommen sie zur Anwendung.
Abdeckung: Schneller Energieschub bei Bedarf
Hm, das wars im Endeffekt.
Was sonst noch sehr anziehend sein kann sind neben den Gewürzdüften (-> Wildpflanzen!!!) Genussmittel wie Vanille, sie ist fast überall beigemengt. Ich habe das Gefühl, dass das kommt, wenn ich zuwenig an Blüten schnuppere. Da kann man sich ja mal helfen mit vorherigen testen dieser puren verarbeiteten Vanilleschote (Mark), evtl. in Honig mischen. Damit schaffte ich es von Schoko u.ä. überhaupt mal wegzukommen (war früher suchtartig - wehe, ich hatte es nicht *grrrr* )
Am besten nichts vorbereiten lassen ...
weil auf was man später Bedarf hat weiß man nie. Und überzüchtete Gemüse sind oft wenig ansprechend.
Mittlerweile nehme ich mir *immer* etwas mit, sage den Gastgebern, dass sie *keine* Rücksicht auf mich nehmen sollen. Zuchtgemüse und konventionelles Zuchtobst bringen eher einen weiteren Bedarf hervor. Es liegt daran, was ich ohnehin sonst eben normal esse. Da ist das aufgeblasene Zeug einfach nicht optimal.
Gastgeber freuen sich manchmal sogar darüber, dass ich mich einfach auch im Garten bediene. Und sie sind erleichtert, dass sie keine Rücksicht nehmen müssen. Kein schlechtes Gewissen: Leben und leben lassen. Es kam auch schon vor, dass ich mir einfach Holunderblüten auch bei einem Besuch ins Wasserglas steckte
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Die Wildpflanzen haben 2 wichtige Vorteile:
(1) sie decken allerlei Gewürz-Gustos ab
(2) sie sind fast überall verfügbar - ohne Vorplanung (und es gibt auch fette Sorten wie Borretsch und Nachtkerze u.ä.)
Beim Vergleich einer wilden Karotte und einer Zuchtkarotte, erkennt man den Grund warum Wildpflanzen auch bei kleinen Mengen so wichtig für eine zufriedene Praxis sind:
... und warum ich zu Zuchtgemüse "aufgeblasen" sage . Die Größe geht zu Lasten der Inhaltsstoffe.
Erkennung: Blätter riechen nach Karotte und die Blüte hat eine andersfärbige Blüte in der Mitte. Die Blätter schmecken sehr würzig. Normalerweise esse ich die Grünteile bzw. Blätter, nicht das Wurzelwerk.
Nicht kurios ... ganz normal!
Die feine Küche hat kein anderes Ziel als perfekte Rohkost zu imitieren.
Wenn ich durch mein Essen zu einem "Unterhaltungswert" werde trotz der obigen Aussage, ... hm, also das ist so eine Sache. Mir gefällt es auch nicht wenn mein Essen in den Mittelpunkt des Gespräches kommt. Da lenke ich meist ab und sage, dass ich im Endeffekt das selbe esse wie die anderen und falls das nicht genügt, dass ich das aus Krankheitsgründen (Haut, Nase, ...) mache (dass es auch gegen Menstruationsbeschwerden und allerlei sonstige Wehwechen hilft, die oft als normal angesehen werden, erwähne ich dann tunlichst nicht weil es belehrend/missionierend wirkt).
Soweit meine Erfahrungen damit, vielleicht ist was für Sie dabei und ich hoffe ich war jetzt nicht zu belehrend ;-) .