Vorbemerkung: Dieser Text ist nur für Menschen interessant, die annähernd 100 % roh essen. Für üblich essende Menschen ist er uninteressant.
Die Zusammenfassung einer Recherche über die Avocado:
Persin
Persin ist in Avocados gefunden worden - und : Es ist als harmlos
eingestuft.
Das bedeutet umgekehrt, dass sehr wohl bekannt ist, dass Reaktionen auftreten können.
Mehrmals las ich von Rohköstlern, dass ihnen Avocados verdächtig vorkommen. Unabhängig davon, wie toll die Quelle ist.
Im üblichen Ernährungskontext wird die Avocado nicht regelmässig in größeren Mengen verzehrt - wie es bei Rohis oft gar nicht bewußt gesteuert - aus praktischen Gründen - manchmal passiert. Verlockend praktisch ist diese Fettfrucht, weil sie gut lagerbar ist und roh mit Salz und Gewürzen schnell schmackhaft zubereitet werden kann.
Weit von einer sinnesorientierten Ernährung entfernt in diesem Fall. Denn sobald etwas uninteressant wird, sollte man es liegen lassen.
Also zahlt es sich doch mal aus, dieses Persin einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, ob man da nicht doch etwas sorgsamer damit umgehen sollte. Abgesehen davon, dass es qualitativ besser Fettquellen gibt (nur eben nicht so gut lagerbar, weil eben mit ungesättigte Fettsäuren).
Dass sich Menschen jeweils in einem unterschiedlichen Toleranzzustand bezogen auf ihre Empfindlichkeit gegenüber Giften befinden und *deswegen* unterschiedlich reagieren, ist mir schon öfter aufgefallen.
Aber merkt man überhaupt - schnell genug - wann es genug ist mit der Avocado? Oder sollte hier schon der Eindruck, dass es "uninteressant" wird, reichen um sofort aufzuhören?
Wie folgende Übersetzung und Zusammenstellung zeigen wird: JA.
Kreuzreaktionen und
potentielle Überdosierung
Das Gift der Avocado wurde erst jüngst gefunden und untersucht.
Vergiftungserscheinungen wurden beim Mensch wie auch beim Tier festgestellt. Wie immer macht die Dosis das Gift aus. Sicher ist es nicht vorgesehen, diese Frucht in Massen (!) auf die Dauer (!) zu essen. Abgesehen davon hängt der Gehalt stark von der Sorte/Art und sekundär vom Reifegrad ab.
Die
beobachteten Anzeichen einer Vergiftung bei Tieren sind Atemnot, Husten, erhöhte Pulsfrequenz, Wassereinlagerung an der Unterhaut, besonders am Hals und Unterbauch, Bauchwassersucht und Zeichen der Herzvergrößerung. Eine Vergiftung ist nicht therapierbar.
Bei menschlichen Patienten wurde eine überraschende Anzahl an allergischen Reaktionen über den Hautkratzertest dokumentiert.
Interessanterweise wird auch von möglichen
Kreuzreaktionen zu Proteinen anderer Früchte wie Kantalupe (Zuckermelone), Bananen, Kiwis, Walnüssen beobachtet.
Das heißt, dass die Sensibilisierung vor der Avocadoeinnahme durch den größeren Verzehr dieser Nahrungsmittel stattgefunden haben kann und damit die allergische/anaphylaktische Episode ausgelöst wurde.
Da Tiere insbesonders oft vorwiegend mit potentiellen sensibilisierenden Nahrungsmitteln gefüttert werden (Stichwort pflanzliche Proteine), wird hier besonders zur Vorsicht geraten (Nebeninfo: Das einzige Tier, dass sich von Avocados ernährte, ist inzwischen ausgestorben).
F
ür so manche sich roh ernährenden Menschen kann das auch gelten - insb. wenn sie über die Sperre hinausgehen und unbedarft oder gar gewürzt eine große Menge Avocados verzehren.
Besonders leiden Tiere in tropischen Klimata hat man festgestellt.
Was wurde beobachtet?
An Vögeln wie auch an Säugetieren Ödeme des Kehlen- und Brustbereiches, Herzmuskelausfall, wassergefüllte (fluid-filled) Lungen und Bauch (Abdomen). Mikroskopische Gewebeprüfungen entdeckten schwere zellulare Beschädigung der
Herzmuskelzellen, Leber und der Nieren auf.
An Säugetieren wurde Zellentod der (Milch- Brustdrüsenentzündung) Drüsen festgestellt (noninfectious, Nekrotisieren [mit Zelltod einhergehend]). Dies wird allgemein beobachtet beim Vieh, z.B. auch bei Ziegen: Es wurde
mikroskopisch umfangreicher Zellentod und -bluten in den betroffenen Drüsen gefunden. Diese gleichen Testtiere hatten auch den Tod der Herzmuskelzellen bei höheren Dosen, ähnlich wie bei Tests mit Vögeln.
Ich persönlich fühle mich - rückblickend bestätigend - meist "angeschwemmt" nach Avocados. Sie machten mich - wie schon oben geschrieben - bisher nie glücklich - nie so wie eben z.B. Fisch.
Auf der Suche nach der Wirkung der Avocado wurde auch eine Art
Proteinmetabolismus-Hemmer beschrieben. So wie es diese auch von anderen Pflanzen gibt. Der Körper merkt quasi nicht, dass ihn da etwas mit der Nahrung "aufzehrt".
Vielleicht ist das Verzehren von geringeren Mengen daher bekömmlicher. Mir war es bisher immer sehr widersprüchlich, wie man 5 oder mehr Avocados essen kann und dennoch sehr dünn sein kann.
Die Avocado, die zu den Lorbeergewächsen gehört wird in den Vereinigten Staaten auch wie ein Gewürz verwendet: In kleinen Mengen. Daher treten auch kaum Komplikationen auf (Nebeninfo: Der Echte Lorbeer führt, wenn er in größeren Mengen genossen wird, zu Trance und Bewusstseinsstörungen.)
Als
Behandlung bei menschlichen Patienten die an Avocadogiftigkeit litten wurde symptomatisch und unspezifisch Erbrechen bzw. innere (gastro/Darm) Reinigung zur Entfernung der Avocadoreste herbeigeführt. Holzkohle um restlichen Giftstoff aufzusagen. In vorgerückten Fällen wurde Sauerstoff bzw. Asthmaspray (broncodilators) verwendet.
Bei Vögeln wird empfohlen sie nicht mit diesen Pflanzen einzusperren, da sie wohl in Ermangelung an anderen Quellen die sie bräuchten von dieser Pflanze essen und daran sterben können.
Ich habe auch viel über die beobachteten guten Seiten der Avocado gelesen. Es kommt wohl wirklich auf die Menge an. Wo eine geringere Menge als Stimulanz wirken kann, ist ein Zuviel auf die Dauer manchmal nicht so vorteilhaft.
Alles in allem finde ich das, inklusiver meiner eigenen Empfindungen Grund genug, die Avocado für mich weiterhin nicht als Grundnahrungsmittel anzusehen.
Der größte Teil der übersetzten Informationen stammt von Robert Clipsham, DVM, besaß die California Exotics Clinic und schreibt über Vogelmedizin und Chirurgie.
Folgende Quellen gibt er als Referenz an:
1. Telez-Diaz, G., et al. "Prevalence of avocado allergy among atopic patients," Allergy Proceedings, Sept.-Oct. 1995.
2. Blanco, G., et al. "Avocado hypersensitivity," Allergy, July 1994.
3. Aregheore, E.M. "A review of implications of antiquality and toxic components in unconventional feedstuffs advocated for use in intensive animal production in Nigeria," Veterinary and Human Toxicology, Feb. 1998.
4. Burger, W.P., et al. "Cardiomyopathy in ostriches (camelus) due to avocado (Persea americana var. guatemalensis) intoxication, Journal of the South African veterinary Association, 7974 Sept.
5. Oelrichs, P.B., et al. "isolation and identification of a compound from avocado (Persea americana) leaves which causes necrosis of the acinar epithelium of the lactating mammary gland and the myocardium," Natural Toxins, 1995.
6. Buoro, l.B., et al. "Putative avocado toxicity in two dogs, " Onderstepoort Journal of \/eterinary Research, March 1994.
7. Kimura, M., et al. "Primaly structure of a cysteine proteinase inhibitor from the fruit of avocado (Persea americana mill)," Biosci Biotech., Dec. 1995