Auf der Suche nach der perfekten menschlichen Ernährungsform veröffentlichten viele Autoren mit unterschiedlichen Hintergründen ihre Werke.

Viele der Autoren schrieben aufgrund eigener Erfahrungen weil sie sich mit der Umstellung der Ernährungsgewohnheiten heilen konnten. Nachdem man erkannte, dass die Raffination der Lebensmittel Mängel bewirkt, baute ein Autor auf dem anderen auf, wobei keiner wirklich das Rad je neu erfunden hat. Jeder versucht je nach Zeitgeist auf die aktuelle Anwendbarkeit in der Zivilisation einzugehen (neuester Trend: Smoothies, maschinenfreie Schnell-Rohkost)
Einen kleinen Überblick über die rohe Ernährung bietet das Buch "Gesund ohne Kochtopf, aber wie?" von Reidar Tavarez.

Wer noch mehr über die Unterschiede und Entwicklung der rohen Ernährung wissen will, findet eine gute Zusammenfassung der bisherigen Autoren (bis Müller Burzler) bei Edmund Semler vom Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen als Dissertation:
Rohkost - Historische, therapeutische und theoretische Aspekte einer alternativen Ernährungsform.
Er verschafft einen durchaus kritischen Überblick, der dem Leser auch gewahr werden lässt, achtsam zu sein.

Er selbst traf sich um 2000 mit einigen roh praktizierenden Menschen in Wien, damals selbst roh essend um die Möglichkeiten dieser Ernährungsformen zu studieren.
Sein Fazit ist, dass es zum einen Personen gibt, die mit stark betonter oder ausschließlicher Rohkost-Ernährung auf die Dauer gut zurecht kommen und keine Probleme haben, auch normalgewichtig sind. Doch viele, die nach Büchern gehen, kommen nicht zurecht.
Keines der derzeit veröffentlichten Bücher spiegelt die jeweilige funktionierende Ernährungsform dieser praktizierenden Menschen wieder. D.h. es gibt kein Rohkost-Buch, das alle relevanten Aspekte behandelt ohne andere auszuschließen.

Für den Rat, die eigenen Sinne zu nutzen, braucht es möglicherweise kein eigenes Buch, doch ist er der wesentlichste Rat, bei dem sich die meisten Rohköstler einig sind.

Kleiner Überblick

Angelehnt an die Diagramme von Victoria Boutenko ein durchschnittlicher Vergleich der Ernährungsanteile (leicht angepasst, da auch Rohköstler je nach Bedürfnisse zumindest geringe Teile an tierischen Lebensmitteln miteinbeziehen):


Bei der Zivilisationskost sieht man sehr gut, dass gekochte Kohlenhydrate den Hauptanteil einnehmen. Eine Umgewichtung der Ernährungspyramide wurde schon vor einigen Jahren empfohlen: www.was-wir-essen.de. Doch auch bei der durchschnittlichen Rohkostdiät ist ein Ungleichgewicht zu erkennen: Deutlich zu erkennen ist, dass der typische mit Rohkost ernährende Mensch hauptsächlich auf im Handel erwerbbare Lebensmittel, allem voran mehr oder weniger stark gezüchtete Früchte und Gemüse zurückgreift. Wildgewächse sind noch immer stark im Hintertreffen.
Auch wenn Victoria Boutenko stark auf Grüne Lebensmittel hinweist (siehe auch Green for Life), ist auch hier der Anteil von Wildpflanzen relativ gering. Empfohlen wird, Grünpflanzen wie Kohl (Kreuzblütler) in Smoothies miteinzubeziehen.
Die Urkost (vegan) propagiert das Wildgrün noch stärker. Auch hier wird meist gemischt, muss aber nicht sein.

Warum ich Wildgrün liebe:
(1) Einmal die Ernteplätze in der Natur gefunden, kann ich sie regelmässig/täglich besuchen und mich damit kostenlos und gewohnheitsmässig versorgen.
(2) Die Zusammenstellungen der Natur sind unübertroffen: Keine Zucht und auch keine Nahrungsergänzungsmittel kommen an sie heran.
(3) Sie sind unbestechlich im Geschmack (und in der Sperre) und bewirken vor der Mahlzeit eine Grundabdeckung. Die generellen Lebensmittelkosten sinken bei gleichzeitig ausgeglichenerer Versorgung weil die absolute Menge an sich stark sinkt.


So verschaffte ich mir Überblick

Anfangs kannte ich nur einige Kräuter aus der Schule und von meinen Verwandten. Ich besorgte mir das Buch Wildgemüse und Wildfrüchte von Erich Heiß und ergänzte es mit farbigen Fotos aus Kosmos-Naturführern.
Teilweise baute ich die Pflanzen extra im Garten an.

             

Mehrheit suchte ich in der umgebenden Natur nach ganzjährig zuverlässigen Quellen.

Meine liebsten Wildpflanzen
Beifuss, Gundermann (ganzjährig), Vogelmiere (ganzjährig), Hagebutte (ab dem ersten Frost bis ins Frühjahr), Guter Heinrich, Borretsch, Kreuzblütler aller Art .
Wertvoll sind auch die Mikroorganismen (B12-Produzenten, ...) die an den ungewaschenen (!) Blättern und Früchten haften.

Als Qualitätskontrolle erstellte ich regelmäßig Selbstportraits mit der Digitalkamera um Unterschiede schnell zu erkennen.
Stuhl- und Harn-, Körperbeobachtung wie auch Gesichtsdiagnose und das Beobachten von verschwindenden eventl. vorhandener entzündlicher Herde runden den Eindruck ab.

Wichtiger Hinweis
Die reine vegane rohe Lebensweise ist mehrheitlich nicht ohne Ergänzung durchführbar. Insbesondere Schwangere, Stillende Mütter und Sportler sollten zumindest in dieser Phase Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. B12 und Eisenmangel sind schon in der normalen Mischkost weit verbreitet, diese Mängel können sich noch vertiefen wie zahlreiche Erlebnisse von Rohköstlerinnen erwiesen haben. Schon der Eisenbedarf einer Frau ist nach allgemeinen Erhebungen 1,5-mal so hoch wie der von Männern (alleine schon wegen der Menstruation). Gesichtsdiagnose kann eine gute Diagnosemethode weit über Bluttests (oder als Ergänzung) sein (Versch. Arten der Augenringe beobachten!).
Da die Wirkungsweise der künstlichen, hoch dosierten Nahrungsergänzungsmittel teilweise stark umstritten ist, wird allgemein die Miteinbeziehung der vollständigen Lebensmittelpalette empfohlen.


Bezugsquelle der Dissertation von Edmund Semler:

Rohkost: historische, therapeutische und theoretische Aspekte einer alternativen Ernährungsform.
Dissertation, Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, 473 S, 2006
Direktbezug über den Verfasser: Dr. oec. troph. Edmund Semler, Haydngasse 9, AT-2292 Engelhartstetten Tel.: +43/(0)2214-2162  Email: edmund.semler(at)gmx.net
Preis: 30 Euro zzgl. Versandkosten
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